Alexander G. Höhne, Dr. phil.

Zwischen Erkenntnisweg und Wissenschaft

Ich bin Germanist, Forscher und Organisationsmanager. Mich beschäftigt die Frage, wie sich geistige Erfahrung so denken lässt, dass sie vor dem eigenen Urteil besteht, und wie sie Gestalt annimmt: auf der Bühne, im Text, in einer Organisation.

Ich arbeite pragmatisch und lösungsorientiert, sachlich und zugleich menschlich. Am besten gelingt das mit Menschen, die Realismus und Pragmatismus mit Offenheit und Verbindlichkeit verbinden und bereit sind, Dinge kontinuierlich zu verbessern: mit Augenmass und Toleranz.

Wofür ich stehe

Ich stehe für eine Auseinandersetzung mit dem Wort und der Kraft der Sprache, besonders der deutschen. Und für die Arbeit an Fragen der christlichen Kulturgeschichte, wie sie sich etwa im Rosenkreuzertum als einer Form des spirituellen Protestantismus zeigen: ohne Dogmatismus und ohne Reduktionismus.

Zentrale Bezugspunkte sind für mich Lessing mit der Erziehung des Menschengeschlechts, dem Nathan und seiner Suche nach einem „Christentum der Vernunft“, ebenso Goethe und Rudolf Steiner. Dazu kommen intensive Studien des tibetischen Buddhismus, der Shankara-Tradition im Hinduismus und einzelner Aspekte des Sufismus.

  • Bildung und Brüderlichkeit. Bildung als Entwicklung des einzelnen Menschen, Brüderlichkeit als Massstab dafür, wie wir miteinander leben und arbeiten.
  • Wissenschaft im Dienst von Mensch und Menschheit. Geistige Fragen verdienen dieselbe Sorgfalt wie jede andere Forschung: genaues Lesen, klare Begriffe, nachvollziehbare Gründe. Und sie bewähren sich daran, was sie für das Leben der Menschen bedeuten.
  • Ritterlichkeit und Frömmigkeit. In Steiners zweitem Mysteriendrama, Die Prüfung der Seele, steht die Frage, wie beide zusammenwirken können. Mich interessiert, wie sich das heute zeigt: im Zusammenspiel von Pragmatismus und Ethik.
  • Einordnen statt verkünden. Ich lese Lessing, Goethe, Steiner und die Anthroposophie im Zusammenhang der Kultur- und Literaturgeschichte der Moderne, nicht als Binnenauslegung.

Schreiben & Forschen

Drei Studiengebiete begleiten mich seit vielen Jahren, daneben weitere Fragen der Geistes- und Kulturgeschichte. Zwei davon haben einen eigenen Blog, auf dem im Wechsel alle zwei Wochen ein neuer Beitrag erscheint.

Neueste Beiträge

Laufende Beiträge erscheinen auf mysteriendramen.ch und karmaforschung.ch.

Tätigkeiten

Projekt- & Organisationsmanagement

Projekte begleiten, Organisationen weiterentwickeln, Konflikte moderieren, heute in einer Non-Profit-Organisation in Basel. Erfahrungen unter anderem als Geschäftsführer einer Stiftung zur Förderung sozial und kulturell engagierter Jungunternehmer:innen, als Leiter Backoffice (Personal, Finanzen, Versicherungen, Liegenschaften) und im Change-Management bei der Verlagerung einer Produktion in die Schweiz.

Dramaturgische Beratung

Langjährige Begleitung der Goetheanum-Bühne in Dornach (1988–2025), offiziell 2013–2017 bei der Faust-Produktion. Meist als konzeptionelles Gespräch mit den Regieführenden.

Vortrag & Kursleitung

Vorträge und Kurse im Schnittfeld von Kulturwissenschaft, Anthroposophie und persönlicher Entwicklung. Eidg. Ausbilder FA.

Über mich

Am Anfang stand die Bühne: 1987 erlebte ich am Goetheanum Goethes Faust, ab 1988 studierte ich Sprachgestaltung und kam so ins Gespräch mit den Mitwirkenden der Bühne. Später unterrichtete ich an der damaligen Schule für Sprachgestaltung am Goetheanum Literatur- und Theatergeschichte (1993–1998). Aus diesen Gesprächen wurde eine dramaturgische Begleitung über mehr als drei Jahrzehnte, bei Goethes Faust, Steiners Mysteriendramen, Kleists Amphitryon und Albert Steffens Barrabas, überwiegend als konzeptionelle Unterstützung im Gespräch mit den Regieführenden, unter anderem mit Christian Peter, Andrea Pfaehler, Christiaan Stuten, Dietrich Hagen und Georg Darvas.

Wissenschaftlich komme ich von der germanistischen Sprachwissenschaft. 2005 wurde ich an der Universität Basel mit einer Arbeit über die Spiegelmetaphorik in Steiners Mysteriendramen promoviert; von 2007 bis 2010 hatte ich dort Lehraufträge in Linguistik.

Beruflich arbeite ich heute im Projekt- und Organisationsmanagement in Basel. Ich bin Eidg. Ausbilder FA, ausgebildeter individualpsychologischer Coach und Facilitator der Phyllis-Krystal-Methode.

Publikationen (Auswahl)

  • Faust als Vorbild? Der Pakt mit Mephistopheles. Ein Essay zu Goethes „Faust“. Norderstedt: Books on Demand 2005, 124 S. ISBN 978-3-8334-2799-2. Derzeit nicht lieferbar; eine gründlich überarbeitete Neuausgabe unter dem Titel Goethes Faust als Vorbild? erscheint voraussichtlich Ende 2026 bei epubli.
  • Spiegelmetaphorik in Rudolf Steiners „Vier Mysteriendramen“. Textsemantische Untersuchungen. Tübingen, Basel: Francke 2006 (Basler Studien zur deutschen Sprache und Literatur, Bd. 86). Dissertation, Universität Basel. ISBN 978-3-7720-8165-1.
  • Europäische Karmaforschung. Fragmente einer Wissenschaft. Norderstedt: Books on Demand 2007, 420 S.; als E-Book 2012, 422 S. ISBN 978-3-8370-1316-0.
  • „Rudolf Steiner als Dramatiker“. Vorwort zu: Rudolf Steiner, Schriften. Kritische Ausgabe (SKA), Bd. 9,1–2: Mysteriendramen. Herausgegeben und kommentiert von Christian Clement. Stuttgart-Bad Cannstatt: frommann-holzboog, angekündigt für März 2027. ISBN 978-3-7728-5109-4.
  • Rezensionen und Beiträge im Forum der Wochenschrift Das Goetheanum, unter anderem „Der neue Kain, der das Werden selbst ergreift“ (2019), „Ein sprechendes Bild der Individualität Rudolf Steiners“ (2019) und, gemeinsam mit Ron Dunselman, „Erkenntniskultische Arbeit“ (2024).
  • In Arbeit: Reinkarnationsfragmente, für die Reihe AGDH Essays.

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